Der Loire-Radweg ist ein wirklich schöner Radweg von Nevers nach Saint Nazaire am Atlantik.

Der grösste Teil der Strecke sind echte Radwege, auf denen nur Radfahrer unterwegs sind. Ich schätze den Anteil der echten Radwege auf 70% (im Vergleich zu geschätzten 90% an der Donau oder der Elbe). Man muss also schön öfter als in Deutschland die Strasse mit den Autos teilen.

Die Einfahrt in die Städte ist nicht ganz so schön. Man hat zwar oft Radwege oder Radfahrstreifen. Aber wenn viel Verkehr ist, ist die Luft wirklich schlecht. Die grosse Mehrheit der Fahrzeuge in Frankreich fährt mit Diesel-Kraftstoff und die Autos sind eher älter als neu.

Würde ich die Tour ein zweites Mal machen, würde ich alle grösseren Städte wie Tours, Nantes, Angers oder Saint Nazaire vermeiden.

In eine echt heikle Situation begibt man sich, wenn man die Loire-Brücke nach Saint-Nazaire überquert. Die Überquerung mit dem Fahrrad ist erlaubt und es gibt auch einen Radfahrstreifen, aber das ist lebensgefährlich! Der Streifen ist viel zu schmal, links von einem fahren LKW und PKW ohne Pause an einem vorbei und rechts muss man aufpassen, mit dem Fahrradgepäck nicht an eine niedrige Betonmauer zu schrammen. Dazu kommt starker Wind (und trotzdem schlechte Luft!). Wenn man von einem LKW überholt wird kommt man ganz leicht ins Schleudern! Ich habe die Brücke zu Fuss überquert. Es gibt einen ganz schmalen Bürgersteig, von dema aus ich (schräg übergebeugt) das Fahrrad auf dem Radfahrstreifen geschoben habe. Es gibt einen Bus, für den man aber am Vortag reservieren muss. Das ist etwas umständlich, ich würde es aber bei der nächsten Gelegenheit auf jeden Fall in Anspruch nehmen.

Trotdem ist das Fazit positiv. Die Hotels und andere Unterkünfte sind auf Radfahrer eingestellt und haben oft extra Abstellräume für die Räder. Die Leute waren freundlich und hilfsbereit. Die Beschilderung ist sehr gut und die Landschaften sind wirklich schön. Es lohnt sich auf jeden Fall.